Vorwissen für das Verständnis des Kalkulationssystems
Dieses Kalkulationssystem ist zwar so aufgebaut, dass man nicht Computerexperte sein muss um es zu verstehen. Jedoch muss klar gesagt werden, dass die Vorkalkulation der anspruchsvollste Programmteil ist.
Neben dem Basiswissen über diese Software muss das „System einer Baukalkulation“ klar sein. Auch wenn Kalkulationen und Preisberechnungen bisher von Hand mit einem Bleistift gemacht wurden - das Grundprinzip bleibt immer das Gleiche.
Wir gehen also davon aus, dass sich der Benutzer dieses Kalkulationssystemes mit der Preisfindung und Berechnung von Bauleistungen auskennt, egal in welchem Handwerkszweig.
Was die Softwarekenntnisse anbelangt, sollte sich der Benutzer bereits sehr gut in die sonstigen Programmteile, insbesondere mit der Auftragsverwaltung, der Angebots- und Rechnungserstellung sowie der Artikelverwaltung/Leistungsverwaltung auskennen.
Nur wer diese drei Programmteile bereits gut kennt wird auch keine Probleme mit diesem Kalkulationssystem haben.
Das Kalkulationssystem wird im wesentlichen benötigt, um Bauleistungen verschiedener Art zu kalkulieren, d.h. einen Angebots- oder Verkaufspreis zu ermitteln.
Beispiel zum Verständnis einer Leistungskalkulation
Anders wie bei reinen Artikeln oder Löhnen ist eine Leistung eine recht komplexe Angelegenheit. Eine Leistung besteht aus mehreren „Komponenten“.
Unter „Komponenten“ versteht man folgendes:
- Arbeitszeit, um die Leistung zu erbringen
- Materialien, die verarbeitet werden müssen
- Geräte/Maschinen/Fahrzeuge, als Hilfsmittel
- Evtl. Fremdleistungen, wenn Fremdfirmen daran teilhaben
- Sonstige Kosten
Im Baubereich wäre ein einfaches Beispiel, das Mauerwerk. Dazu braucht man:
- Arbeitszeit eines Maurers (Lohn)
- Steine für die Mauer (Material)
- Mörtel zwischen den Steinen (Material)
- Eine Steinsäge zum Zuschneiden von Steinen (Gerät)
Unsere Leistung „Mauerwerk“ hat also 4 Komponenten.
Um einen Preis zu ermitteln, müssen wir natürlich wissen, wieviel Zeit brauche ich, wieviel Steine, wieviel Mörtel und wie lange läuft die Steinsäge.
Diese „Komponentenmengen“ beziehen sich immer auf eine Abrechnungseinheit. Bei einem Mauerwerk ist die Abrechnungseinheit „1 Kubikmeter“.
Haben wir die Komponentenmengen für 1 Kubikmeter Mauerwerk festgehalten, müssen wir wissen, wieviel die einzelnen Komponenten kosten.209 Kapitel 10 - Vorkalkulation
Haben wir dann alles zusammengerechnet, müssen wir noch einen Zuschlag für die allgemeinen Betriebskosten machen. Und da der Betrieb auch einen Gewinn machen muss bzw. möchte, muss auch noch ein Gewinnzuschlag berücksichtigt werden.
Zum Beispiel brauchen wir für einen Kubikmeter Mauerwerk :
3,25 Arbeitsstunden a € 35,00 € 113,75
25,00 Steine a € 4,80 € 120,00
8,00 Liter Mörtel a € 1,20 € 9,60
0,25 Stunden Steinsäge a € 39,00 € 9,75
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Summe € 253,10
Deckungsbeitrag-Gemeinkosten 11,5% € 58,21
Wagnis/Gewinn 5% € 12,66
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Angebotssumme € 323,97
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Ein Kubikmeter Mauerwerk kostet also in unserem Beispiel 323,97 Euro.
Das, was wir hier nun von Hand gemacht haben, machen wir in fast gleicher Weise mit dem Kalkulationssystem. Dieses Beispiel bezieht sich auf ein Bauunternehmen. Das Kalkulationssystem passt jedoch für alle anderen Bauhandwerker, da das Prinzip immer dasselbe ist.
Prinzipieller Aufbau des Vorkalkulationssystemes
Es wäre natürlich mühselig, in jedem Angebot das Sie erstellen müssen, die Angebotsleistungen in die Einzelkomponenten aufzusplitten, und deren Preise und Mengen aufzuführen.
Deshalb ist die Grundlage des Systems die sog. „Stammdaten-Kalkulation“. Diese basiert auf der Artikel-/Leistungsverwaltung.
In der Artikelverwaltung legen Sie für eine Leistungsposition den Text, Einheit usw. fest und kalkulieren z.B. das „Mauerwerk“ mit dem Menüpunkt „Preiskalkulation“. Sie machen dies einmalig mit allen wichtigen Positionen in Ihrem Betrieb.
Diese Stammdatenkalkulationen in der Artikelverwaltung sollen so kalkuliert werden, dass diese für „normale“ Projekte im Allgemeinen gut passen.
Müssen Sie dann einem Auftraggeber ein konkretes Angebot erstellen, übernehmen Sie die benötigten Leistungen aus der Artikelverwaltung in Ihr Angebot. Hierzu gibt es verschiedene Möglichkeiten - dazu später mehr.
Nun ist es jedoch so, dass Baustellen oft total unterschiedlich sind. Ein Kubikmeter Mauerwerk einer Halle kann viel preiswerter angeboten werden, wie der gleiche Kubikmeter Mauerwerk an einem komplizierten Haus mit vielen Ecken, Erkern und Winkeln.
Hier greift dann die „Projektkalkulation“. Sie finden in Ihrem Angebot den Menüpunkt „Vorkalkulation“ im Menü „Funktionen“. Zweck dieser Projektkalkulation ist es nun, die übernommenen Kalkulationen zu überprüfen und an das konkrete Projekt anzupassen. Alle für das Projekt übernommen Kalkulationen aus der Artikelverwaltung finden Sie in der „Vorkalkulation“ des Projektes.
Diese können nun entsprechend der Baumassnahme verändert werden. Bei grossen Baustellen, können Sie z.B. das Material günstiger einkaufen. Bei einfachen Baustellen sparen Sie Zeit. Diese Anpassungen an die aktuelle Baustellensituation kann man manuell machen oder mit einer der zahlreichen 210 Kapitel 10 - Vorkalkulation
automatischen Funktionen.
Die Veränderungen im Projekt wirken sich selbstverständlich nicht in den Stammdatenkalkulationen in der Artikelverwaltung aus - dort bleiben also die ursprünglichen Werte und Ansätze stehen.
Fazit:
In der Artikelverwaltung kalkulieren Sie Leistungen prinzipiell mit Standardansätzen. Hier sprechen wir dann von der „Stammdatenkalkulation“.
Diese Kalkulationen werden dann in konkrete Angebote übernommen und entsprechend der Baumassnahme verändert. Man spricht dann von der „Projektkalkulation“ oder „Vorkalkulation“.
Wie funktioniert die Deckungsbeitragsrechnung
In unserem kleinen Beispiel der Mauerwerkskalkulation war die Rede von „allgemeinen Kosten“. In vielen Betrieben werden diese Kosten etwas oder manchmal sogar stark vernachlässigt.
Allgemeine Kosten sieht man auf den ersten Blick gar nicht, es gibt jedoch eine Vielzahl davon:
- Büropersonal
- Büroausstattung und EDV
- Kosten für allgemeine Betriebsfahrzeuge
- Betriebsversicherungen
- Gebühren und Abgaben (z.B. Grundsteuer, Genehmigungen)
- Werbeausgaben (z.B. Zeitungsanzeigen, Mailings)
- Miete oder Zins/Tilgung für Gebäude und Anlagen
- Bankzinsen und Gebühren von Aussenständen etc.
- Heizkosten für Büro und Betriebsanlagen
- Instandhaltung für Büro/Betriebsanlagen/Ausstattung
Diese Liste lässt sich beliebig verlängern. Sie sehen also, dass die allgemeinen Kosten nicht zu vernachlässigen sind. In dieser Software nennen wir diese Kosten „Allgemeine betriebliche Fixkosten“.
Als Beispiel haben Sie einen Umsatz von etwa einer Million Euro und Sie haben betriebliche Fixkosten von 100.000,- Euro.
Dann müssen Sie auf jede Lohnstunde auf jedes eingekaufte Material und jeden Subunternehmer 10% aufschlagen, damit Sie die allgemeinen Kosten decken können. Vergessen Sie diese Fixkosten oder setzen diese zu niedrig an, werden Sie nicht kostendeckend arbeiten können.
Neben diesen, auf den ersten Blick unscheinbaren betrieblichen Fixkosten, sollte jeder Betrieb natürlich auch Gewinn machen. Denn der Geschäftsinhaber und seine Familie müssen ja von „etwas“ leben.
Deshalb muss auf alle Preise auch ein Gewinnaufschlag (oft als „Wagnis/Gewinn“ benannt) aufgeschlagen werden. Möchte man bei einer Million Umsatz 50.000 Euro verdienen, wäre der Gewinnaufschlag also vereinfacht gesagt 5%.
Hinweis:
Im Detail stimmt unsere Rechnung von 10% Deckungsbeitrag und 5% Gewinnaufschlag nicht ganz. Da im Umsatz diese Zahlen bereits vorhanden sind und deshalb etwa anders gerechnet werden muss. Mit diesen Details befassen wir uns später.211 Kapitel 10 - Vorkalkulation
10.2 Kalkulation von Leistungen in Artikelverwaltung
Einstieg/Aufruf/Überblick der Kalkulation
Um in die Stammdatenkalkulation einzusteigen, rufen wir aus dem Basismenü die „Artikel-/ Leistungsverwaltung“ aus dem Menü „Funktionen“ auf oder noch besser, Sie klicken auf das Symbol in der Symboleiste.
Wir möchten nun unser manuelles Beispiel als neue Leistung anlegen. Dazu gehen wir oben auf „Neuer Artikel“. Wir wählen als Artikel-Typ „Leistung“ aus, tragen als Einheit „cbm“ für Kubikmeter ein und schreiben als Kurztext einfach „Mauerwerk - Test“. Mehr brauchen wir hier gar nicht ausfüllen.
Klicken Sie anschließend oben im Menü auf „Preiskalkulation“.
Wir gelangen nun in das Fenster der Kalkulation. In unserem Fall ist das die „Stammdatenkalkulation“. Hier sind die Überschriften-Balken in „grün“ gehalten. Die Projektkalkulation sieht fast identisch aus. Dort sind die Balken zur besseren Unterscheidung aber in „blau“ eingefärbt.
Oben finden Sie das Menü. Im Punkt „Projektunabhängig“ finden Sie die Erfassung der „betrieblichen Fixkosten“ und als zweiter wichtiger Punkt die „Erfassung von Löhnen“ sowie der „allgemeinen Zuschläge“. Auch die „Nachkalkulations-Geräteliste“ finden Sie hier.
Der Punkt „Projektbezogen“ ist in der Stammdatenkalkulation nicht verfügbar sondern nur in der Projektkalkulation.
In „Anzeige“ können Sie diverse Komponentenspalten ein- oder ausblenden. Einige Optionen sind nur in der Projektkalkulation verfügbar.
Der „Punkt Kalk. holen/kopieren“ wird später in der Projektkalkulation dargestellt - hier ist der Punkt nicht ganz so wichtig - aber natürlich verfügbar.
Auch „Analyse/Änderungen/Listen“ sind im wesentlichen nur bei der Projektkalkulation wichtig.212 Kapitel 10 - Vorkalkulation
Oben im grünen Fenster sehen Sie alle Positionen, die Sie im Artikelfenster gesucht bzw. angelegt haben. Da wir dort nichts gesucht und aufgelistet haben, ist hier nur unser angelegtes „Mauerwerk“ zu sehen. Rechts daneben sind 3 Schaltflächen zu sehen, die folgende Funktion haben. „M“= Memofeld, hier können sie Informationen zu der entsprechenden Zeile eingebn.Mit“D“ können sie Details zur aktuellen Zeile aus den Stammdaten einsehen. Die Schaltfläche „=“ übernimmt Ihnen den aktuellen Artikel direkt als Komponente in die Komponentenliste.
In der Mitte sehen Sie die leere „Komponentenliste“. Hier werden die Arbeitszeiten, Materialien usw. erfasst, die zu der Leistung „Mauerwerk“ benötigt werden.
Unten sehen Sie die Gruppenzusammenfassung aller Komponenten sowie die Gruppenzuschläge. Der später kalkulierte „VK-Preis“ steht rechts unten wo im Moment der rote Balken zu sehen ist.
Bevor wir jedoch kalkulieren, müssen wir die betrieblichen Fixkosten sowie den allgemeinen Mittellohn festlegen. Das machen wir in den folgenden Unterkapiteln.
Allgemeine betriebliche Fixkosten
Wie schon angesprochen, muss man bevor man richtig kalkulieren kann alle betrieblichen Fixkosten auflisten. Klicken Sie dazu im Menü oben links auf „Projektunabhängig“ und dann auf „Allgemeine betriebliche Fixkosten“ Damit kommt man in das abgebildete Erfassungsfenster.
Die Bedienung ist ganz einfach. Oben unter „Auswahl Kostenart“ wählen Sie die Art der Kosten, die Sie erfassen möchten. Jede Kostenart wird in der Mitte des Bildschirms in einer extra Tabelle gespeichert. So bleibt das System übersichtlich. Technisch gesehen spielt es keine Rolle unter welcher Kostenart Sie Eintragungen vornehmen - denn am Schluss spielen nur die aufsummierten Gesamtkosten eine Rolle.
Falls Sie im Moment zu unseren Übungszwecken nicht alle Kosten zusammensuchen können bzw. möchten, tragen Sie in der mittleren Tabelle einfach als Bezeichnung „Pauschale Kosten als Test“ ein und unter Berechnung die Zahl „100000“. Später sollten Sie jedoch alle Ihre Kosten heraussuchen, und unter den entsprechenden Kostenarten eintragen. Diese Mühe müssen Sie sich einmal machen. Tragen Sie die Kosten Netto - also ohne Umsatzsteuer ein.
Sehr wichtig sind nun die zwei gelb markierten Felder im unteren Teil des Fensters. Hier müssen Sie Ihren geschätzten bzw. letzten „Jahresumsatz“ eintragen. Auch diese Angabe machen Sie als Nettobetrag ohne Umsatzsteuer. Wenn Sie dies im Moment nicht wissen, tragen Sie wie in unserem Beispiel die Zahl von einer Million („1000000“) ein.213 Kapitel 10 - Vorkalkulation
Im zweiten gelben Feld tragen Sie Ihren gewünschten Jahresgewinn („Wagnis/Gewinn“) ein. In unserem Beispiel haben wir hier „50000“ eingetragen.
Aus den Werten der Kosten, des Umsatzes und des zu erziehlenden Jahresgewinnes errechnet das System zwei sehr wichtige Werte, die unten am Bildschirm stehen:
Deckungsbeitrag ohne W/G:
Dieser Wert ist der Zuschlag, der auf alle Löhne, Materialien, Fremdleistungen und andere Kalkulationskomponenten dazugerechnet muss, um nicht nur die reinen baustellenbezogenen Kosten, sondern auch die allgemeinen Betriebskosten zu decken.
Verwendet man diesen Aufschlag sind alle Kosten gedeckt, der Betrieb macht aber noch keinerlei Gewinn!
Deckungsbeitrag mit W/G:
Da der Betrieb auch noch Gewinn machen möchte, muss der Deckungsbeitrag erhöht werden. In unserem Beispiel möchten wir „50.000“ Euro Gewinn haben. Deshalb ist ein entsprechend höherer Deckungsbeitrag notwendig.
Berechnung der beiden Werte:
Nanu - werden Sie sagen! Bei einer Million Umsatz, einhundertausend Fixkosten und fünfzigtausend Gewinn müssten eigentlich als Deckungsbeiträge 10% und 15% herauskommen und nicht wie auf dem Bildschirm angezeigt 11,11% und 17,65%.
Aber auch dies ist klar erklärbar. In der Million Umsatz stecken die Kosten von € 100.000,- bereits drin. Lohn, Material, Geräte und Fremdleistungen machen zusammen also € 900.000,- aus. Ein Zuschlag von 11,11% auf 900.000 Euro macht genau 1 Million Euro.
Genauso sieht es aus, wenn Gewinn berücksichtigt werden soll. In der Million Umsatz stecken die Fixkosten und der Gewinn - also insgesamt 150.000 Euro. Die Kosten für Lohn, Material, Geräte und Fremdleistungen können somit nur € 850.000,- betragen. Ein Zuschlag von 17.65% auf diesen Betrag ergibt wieder die Million.
In der Kalkulation selbst, sind nur diese zwei Zuschlagswerte von Bedeutung. Die hier eingetragenen Kosten, Umsätze, Wagnis/Gewinn dienen nur der Berechnung der beiden „wichtigen“ Zuschlagssätze.214 Kapitel 10 - Vorkalkulation
Allgemeiner Mittellohn
Wichtig bei jeder Baukalkulation sind die Lohnansätze. Hier wird jedoch nicht wie in der Industrie mit konkreten Löhnen von bestimmten Mitarbeitern oder Mitarbeiter-Qualifikationen gerechnet, sondern mit dem sog. Mittellohn.
Im Bausektor arbeiten auf einer Baustelle vom Auszubildenden bis zum Meister unterschiedliche Personen mit sehr unterschiedlichen Qualifikationen, demzufolge auch mit unterschiedlichen Löhnen. Auch wechselt manchmal die Besetzung innerhalb von einer Baustelle mehrmals.
Man bildet also einen allgemeinen Mittellohn als Durchschnitt aller gewerblichen Mitarbeiter.
Um einen kalkulatorischen Stundenlohn eines Mitarbeiters zu berechnen braucht man den konkreten Stundenlohn des Mitarbeiters. Hinzu kommen die Sozialabgaben des Arbeitgebers, die Einrechnung von durchschnittlichen Krankzeiten, die Einrechnung von Urlaubstagen und Feiertagen, die Einrechnung von Urlaubsgeld und Weihnachtsgeld sowie weitere Kosten. Je nach Betrieb, kommt man in der Regel auf ca. 180% des eigentlichen Brutto-Stundenlohnes des Mitarbeiters.
Nicht gleich dazuschlagen dürfen Sie die allgemeinen Betriebskosten und Wagnis/Gewinn, da wir erst später diese über den Deckungsbeitrag dazuschlagen.
Die Erfassung der Löhne und des Mittelohns machen Sie oben im Menü „Projektunabhängig“ unter „Grundsätzliche Löhne / Gruppen / Zuschläge“.
Es öffnet sich folgendes Fenster:
Oben finden Sie die im letzten Kapitel berechneten Zuschlagssätze für die Deckungsbeiträge der allgemeinen Kosten.
Wir benötigen für die Berechnung des Mittellohn den mittleren Teil. Hier haben Sie die Möglichkeit nicht nur einen Lohn zu definieren sondern bis zu 10 Stück. Mit mehreren Mittellöhnen arbeiten allerdings nur wenige Firmen. Wir beschränken uns deshalb auch auf einen einzigen Mittellohn den wir in die Zeile „L0“ eintragen. Dort ist bereits werkseitig ein Eintrag vorhanden.
Angenommen in Ihrem Betrieb arbeiten 10 Leute, zwei Meister mit einem Stundenlohn von 21,50 Euro, 5 Facharbeiter zu 18,00 Euro, zwei Bauhelfer zu 16,80 Euro und 1 Azubi zu 8,50 Euro.
Der Zuschlagssatz auf den eigentlichen Stundenlohn haben Sie mit 192% ermittelt. Wir addieren nun alle Löhne, schlagen 192% dazu und teilen das Ergebnis durch die 10 Mitarbeiter Ihres Betriebes. 215 Kapitel 10 - Vorkalkulation
Tragen Sie also unter dem Lohn „L0“ folgendes ein:
Es wird ein kalkulatorischer Lohn von € 33,62 berechnet. Wie schon erwähnt, fehlen in diesem Lohnansatz noch die allgemeinen Betriebskosten und Wagnis/Gewinn.
Bei Bedarf können Sie hier weitere Löhne oder Speziallöhne eingeben, die Sie in den Kalkulationen nutzen können. In der Regel genügt jedoch diese eine Zeile mit dem Mittellohn.
Das was Sie hier erfasst haben gilt zunächst einmal für alle Stammdatenkalkulationen. Wenn Sie eine neue Projektkalkulation anlegen, wird dieser Ansatz auch dort hin übernommen. Dort können die Ansätze für die konkrete Baustelle geändert werden.
Wichtig:
Wenn Sie die projektunabhängigen Mittellöhne ändern, wird zwar die aktuelle Stammdatenkalkulation entsprechend geändert, nicht aber alle anderen Stammdaten-Kalkulationen. Dazu muss man die Artikelverwaltung neu durchrechnen lassen (siehe Unterkapitel 10.2.6).
Allgemeine Zuschlagssätze
Im selben Fenster machen Sie auch die Angaben für die Zuschlagssätze. Als Zuschlagssatz für alle kalkulatorischen Kosten sollten wir den „Deckungsbeitrag mit W/G“ benutzen.
Die allgemeinen Zuschlagssätze finden Sie links unten im Fenster. Sie können hier getrennte Zuschläge für Lohn, Material, Fremdleistungen usw. eintragen. Dann wird die Sache etwas kompliziert - kann jedoch für Fortgeschrittene Kalkulateure auch sinnvoll sein.
In unserem Fall machen wir nur einen Endpreis-Zuschlag. Hier ist werksseitig bereits 15% eingetragen. Wir tragen hier den berechneten Deckungsbeitrag von „17,65“ Prozent ein.
Vielleicht fragen Sie sich, warum das System den Deckungsbeitrag nicht vollautomatisch einträgt. Das ist deshalb so, damit Sie flexibel bleiben und auch Kalkulationen erstellen können die Unter- oder Überdeckt werden.
Übrigens die „(Allgemeinen) Freie Formel-Faktoren“ rechts unten am Bildschirm sind in aller Regel unwichtig und werden deshalb hier im Handbuch nicht erklärt. In der Hilfe erhalten Sie dazu mehr Infos.
Wie auch der Mittellohnansatz gelten die eingegeben Zuschlagsfaktoren für alle Stammdaten- Kalkulationen sowie für neu angelegte Projektkalkulationen.
Wichtig:
Wenn Sie die projektunabhängigen Zuschläge ändern, wird zwar die aktuelle Stammdatenkalkulation entsprechend geändert. Um die gesamte Artikelverwaltung mit allen Stammdatenkalkulationen zu aktualisieren muss man die Artikel neu durchrechnen lassen (siehe Kapitel „10.2.6. Neuberechnung Stammdatenkalkulationen“).216 Kapitel 10 - Vorkalkulation
Bedienung des Kalkulationsfensters
Nun haben Sie die Vorarbeiten geleistet. Sie können nun kalkulieren. Wir stehen nach wie vor auf unserer angelegten Leistung „Mauerwerk“.
Falls Sie zwischenzeitlich die Kalkulation verlassen haben, suchen Sie in der Artikelverwaltung wieder Ihr Mauerwerk und betreten die Preiskalkulation. Ihr Bildschirm sollte so aussehen:
Für unser Mauerwerk benötigen wir 4 Komponenten. Arbeitszeit, Steine, Mörtel und Steinsäge. Wir beginnen mit dem Lohnanteil. Setzen Sie den Cursor in die erste Zeile unter die Spalte „ZA“. Hier geben wir die Zeilenart ein. Die Zeilenart ist immer die Abkürzung zur dazugehörenden Gruppe. Geben Sie also „L“ oder „L0“ für Ihren Mittellohn ein und drücken ENTER. Sofort erscheint die Bezeichnung Mittellohn, die Einheit und der Preis. Drücken Sie nun mehrmals ENTER bis Sie unter der Spalte „Menge“ stehen. Hier geben wir die Zahl „3,25“ als Arbeitszeit ein und drücken zum Abschluss der Eingabe ENTER.
Als nächstes geben wir die Steine ein. Wir brauchen 25 Stück für einen Kubikmeter Mauerwerk. Wir geben die Steine von Hand ein, könnten diese jedoch genauso aus der Artikelverwaltung (sofern vorhanden) übernehmen und so Schreibarbeit sparen. Geben Sie in der zweiten Zeile unter „ZA“ den Buchstaben „M“ für Material ein. Ergänzen Sie den Rest der Zeile wie folgt.
Nun geben wir auf die gleiche Weise den Mörtel ein:217 Kapitel 10 - Vorkalkulation
Und nun geben wir noch die Steinsäge ein. Als „ZA“ geben Sie den Buchstaben „G“ wie Gerät ein.
Unten sind nun Löhne, Materialien und Geräte den Gruppen zugewiesen. Der kalkulierte Endpreis beträgt € 292,50 für einen Kubikmeter Mauerwerk. Diese Zahl sehen Sie unten links in der Endpreis- Gruppe rechts im grünen Kasten.
Rechts unten im Kasten „Deckungsanzeige EP“ sehen Sie ein paar wichtige Kenndaten zu der aktuellen Kalkulation.
In dieser Position stecken betriebliche Fixkosten von € 27,62 sowie ein Wagnis/Gewinn-Anteil von € 16,26.
Angenommen es würde kein Wagnis/Gewinn anfallen wäre die Kalkulation um 6,54% überdeckt (also positiv).
Die Überdeckung bei geplantem Wagnis/Gewinn ist praktisch bei Null. Dies ist auch klar, da unser Endpreis-Gruppenzuschlag genau mit dem „Deckungsbeitrag mit W/G“ versehen wurde.
Richtig interessant sind diese Infos zur Deckungsanzeige erst in Projektkalkulationen, wo oft mit speziellen Zuschlägen gearbeitet wird.
Sie haben nun viele wichtige Dinge gelernt und sind in der Lage einfache Stammdatenkalkulationen zu erstellen. Dies waren sozusagen Ihre „Ersten Schritte“ in Sachen Vorkalkulation.218 Kapitel 10 - Vorkalkulation
Neuberechnung Stammdatenkalkulationen
Wenn Sie in der Stammdatenkalkulation den Mittellohn oder die Zuschläge verändern, gelten diese Veränderungen für alle Stammdatenkalkulationen.
Für die aktuell angezeigten Kalkulation werden die Werte sofort geändert. Da Sie aber unter Umständen viele Stammdatenkalkulationen haben, ist es technisch nicht möglich diese ebenfalls sofort anzupassen.
Dazu müssen Sie eine automatische Neuberechnung der Stammdatenkalkulationen durchführen. Sie finden diesen Menüpunkt im Fenster der Artikelverwaltung unter „Hauptmenü“ - „Daten neu Durchrechnen“ und dort gibt es „Kalkulationen neu durchrechnen“.
10.3 Projektkalkulation (Angebotskalkulation)
Allgemeines / Start / Übersicht
Die Grundbegriffe der Kalkulation dürfte Ihnen nun klar sein. Was wir bisher gesehen haben, sind die wichtigen, projektunabhängigen Einstellungen wie Mittellohn und Endsummen-Zuschlagssatz. Auch haben wir in der Artikelverwaltung eine Leistung kalkuliert.
Hauptsinn der Vorkalkulation ist jedoch die konkrete Preisfindung für eine anzubietende Baumassnahme. Dazu erstellt man ein Angebot mit den entsprechenden Leistungspositionen und kalkuliert dessen Preise in der Vorkalkulation.
In unserem Beispiel erstellen wir ein Angebot mit insgesamt 3 Positionen:
- Erdaushub (legen wir von Hand an)
- Mauerwerk - Test (unsere Muster-Stammdatenkalkulation)
- Außenwand aus Beton (Muster-Leistung aus der Artikelverwaltung)
Gehen Sie dazu in einen beliebigen Kunden und erstellen ein neuen Auftrag, und darin ein neues Angebot. Die erste Position „Baugrubenaushub“ schreiben Sie hier von Hand. Als Menge tragen Sie „500“ ein, den Preis benötigen Sie nicht, da dieser kalkuliert und eingetragen wird.
Die zweite Position „Mauerwerk - Test“ haben wir im vorherigen Kapitel in der Artikelverwaltung angelegt und kalkuliert. Diese übernehmen Sie aus der Artikelverwaltung. Als Menge geben Sie „67,50“ ein.
Die dritte Position „Aussenwand Ortbeton“ ist eine Musterleistung, die ebenfalls in der Artikelverwaltung zu finden ist. Übernehmen Sie auch diese in Ihr Angebot. Als Menge geben Sie „45“ ein.219 Kapitel 10 - Vorkalkulation
Ihre Leistungsaufstellung sollte nun so aussehen:
Kalkulationserfassung
Nun können wir loslegen. Gehen Sie auf das Menü „Funktionen“ und dann auf „Vorkalkulation“ oder ganz einfach auf das folgende „Icon“ in der oberen Symbolleiste:
Sofort gelangen Sie in das Fenster der Projektkalkulation. Falls nicht bereits angeklickt, klicken Sie oben in der LV-Aufstellung die Position „Baugrubenaushub“ an.
Zu Übungszwecken möchten wir diese Position kurz von Hand kalkulieren. Wir brauchen dazu 4 Dinge: Arbeitslohn, Bagger, LKW und Deponiegebühren.
Geben Sie also folgende Daten von Hand ein:
Sie haben nun die erste Position kalkuliert.
In der Gruppentabelle finden Sie die Zusammenfassung und unten im grünen Kasten der kalkulierte Endpreis pro Kubikmeter Erdaushub.220 Kapitel 10 - Vorkalkulation
Nun klicken wir oben in der LV-Aufstellung auf die zweite Zeile „Mauerwerk - Test“. Diese Position haben wir im LV aus der Artikelverwaltung übernommen. Deshalb sehen Sie nun hier die Kalkulation.
Falls diese Kalkulation nicht genau zu dem angebotenen Objekt passt, ändern Sie diese einfach ab. Unser Objekt soll „einfacher gebaut“ sein, wir brauchen weniger Lohnstunden, weniger die Steinsäge und weniger Steinverschnitt. Deshalb ändern wir hier die Kalkulation entsprechend ab.
Sofort hat sich nun der Einheits-Endpreis (unten, grünes Endpreis-Feld) entsprechend geändert.
Wir haben noch eine dritte Position („Aussenwand“) zu kalkulieren. Auch diese kommt aus unserer Artikelverwaltung (Musterleistung) und ist bereits vorkalkuliert. Diese Leistung besteht aus einer zusammengesetzten Kalkulation (Elemente). Deshalb erklären wir die Kalkulation mit Elementen erst im Kapitel „10.3.7. Zusammengesetzte Kalkulationen (Elemente)“
Projektbezogener Mittellohn
In Ihr Angebot sind die projektunabhängigen Mittellohn-Daten übernommen worden. Falls diese so nicht passen, können Sie den Mittellohn für dieses Projekt separat abändern. Dazu gehen Sie oben in das Menü „Projektbezogen“ und dann auf „Projektbezogene Löhne/Gruppen/Zuschläge“ . 221 Kapitel 10 - Vorkalkulation
Um Verwechslungen auszuschliessen, sind die projektabhängigen Einstellungen in „blau“ gehalten. Die allgemeinen, projektunabhängigen Einstellungen sind „grün“.
Falls Sie auf dieser Baustelle zwei Facharbeiter, ein Bauhelfer und einen Azubi haben, können Sie die Berechnungszeile entsprechend ändern. Statt der Berechnungsformel können sie natürlich auch nur eine „fertige“ Zahl eintragen (z.B. „34,50“).
Ihr Fenster könnte bei geänderten Mittellohn nun so aussehen.
Wenn Sie den Mittellohn eines Projektes ändern, werden beim Verlassen des Fensters sofort alle LV-Positionen neu durchgerechnet, so dass Sie sofort ein Ergebnis bekommen. Entsprechend unserer Veränderung sehen Sie für die Position Mauerwerk-Test z.B. einen Einheitspreis von „247,52“.
Die Zusammenfassung/Summen aller Positionen finden Sie im Menü „Analyse/Änderungen/Listen“ unter „Summen/Deckung/Änderungen“ - dazu später jedoch mehr.
Projektbezogene Fixkosten
Fallen für dieses Projekt Fixkosten an, die Sie in keiner LV-Position unterbringen oder einkalkulieren können, so können Sie diese separat erfassen.
Dieses könnten z.B. Versicherungen, Genehmigungen oder auch Baustelleneinrichtungen sein. Dazu gibt es im Menü „Projektbezogen“ den Menüpunkt „Projektbezogene Fixkosten“.
Da Baustelleneinrichtungen oder andere Pauschalkosten meist als LV-Position vorhanden sind, ist das Ausfüllen dieses Fensters nur bei speziellen Projekten notwendig.
Projektbezogene Zuschläge
Wie beim Mittellohn sind auch hier die Zuschläge (in unserem Fall der Endpreis-Zuschlag von „17,65%“) aus den projektunabhängigen Einstellungen übernommen worden.
Für Ihre aktuelle Projektkalkulation können die Zuschlagssätze geändert werden. Dies machen Sie im gleichen Fenster wie der „projektbezogene Mittellohn“.
In unserem Fall haben wir keine Zuschläge der Einzelgruppen (Löhne, Material, Geräte, ...) verwendet, sondern nur den Endpreis-Zuschlag in genau der vorgeschlagenen Höhe des „Deckungsbeitrages mit W/G“.
Dies ist soweit auch korrekt - wenn Sie jedoch schärfer kalkulieren müssen oder den Auftrag dringend brauchen, können sie mit dem Endpreisfaktor „herunterfahren“.
Sie können aber auch den Endpreisfaktor auf Null setzen und die einzelnen Gruppenfaktoren (Löhne, Material, Geräte usw.) verschieden hoch ansetzen. Wenn Sie dies machen, verändert sich die tatsächliche Über-/Unterdeckung in jeder Position, da darin jeweils unterschiedliche Anteile von Lohn, Material, Geräten stecken. Die tatsächlichen Deckungen sehen Sie im rechten unteren Kasten 222 Kapitel 10 - Vorkalkulation
„Deckungsanzeige EP“ der Projektkalkulation.
Wie schon bei der Stammdatenkalkulation erwähnt, sind die zwei letzen Felder wichtig.
Die „Überd. o. W/G“ gibt die Überdeckung an, wenn kein Gewinn gemacht werden würde. Diese Zahl sollte immer positiv sein, d.h. im grünen Bereich. Ist die Zahl negativ machen Sie an dieser Position auf jeden Fall Verlust.
Die untere Zahl „Überd. m. W/G“ gibt die Überdeckung an, wenn Sie den vorgegebenen Betriebsgewinn erreichen möchten. Ist die Zahl auf Null (praktisch wie abgebildet) erreichen Sie mit dieser Kalkulation das Betriebsziel.
Müssen Sie „härter“ Kalkulieren kann der Wert auch etwas ins Minus rutschen - oder wenn Sie grosszügig kalkulieren steht hier ein positiver Wert.
Einzelzuschläge
Wir haben bisher einiges über die Gruppenzuschläge gesprochen. Diese sind ja nur über das Menü „Projektbezogen“ unter „Löhne/Gruppen/Zuschläge“ änderbar. Im Kalkulationsfenster selbst werden die Gruppenzuschläge in der Gruppentabelle unter der Spalte „Grup.%“ angezeigt.
Die Gruppenzuschläge gelten generell immer für alle Positionen des aktuellen Projektes.
Um einzelne Positionen mit einem Zuschlag oder Abschlag zu versehen gibt es die Spalte „Einz.%“.
Hier können Sie einen prozentualen Zuschlag für die entsprechende Gruppe machen. Dieser gilt nur für die aktuelle LV-Position (in der Stammdatenkalkulation für die aktuelle Leistung).
Hier haben wir einen besonderen Lohnzuschlag von 10% eingegeben (z.B. wird hier eine teurere Fachkraft benötigt).
Sie sehen, wenn Sie nun oben die LV-Position wechseln, ist dieser Einzelzuschlag in der anderen Position nicht vorhanden.
Zusammengesetzte Kalkulationen (Elemente)
Ein „Element“ ist eigentlich nichts anderes als eine vollständig kalkulierte Leistung. Wir bezeichnen diese Kalkulation nur als „Element“, weil Sie mehrere dieser Kalkulationen zusammensetzten können. Sie setzen also mehrere Elemente zu einer neuen Leistungsposition zusammen.
Im nachfolgenden Beispiel wird es Ihnen gleich klarer werden.
Klicken Sie oben in der LV-Aufstellung die dritte Position „Außenwand Ortbeton...“ an.
Unten erscheint die dazugehörende Kalkulation, da diese Leistung in der Artikelverwaltung als Musterkalkulation vorgelegen hat.223 Kapitel 10 - Vorkalkulation
Was Sie hier sehen ist eine zusammengesetzte Kalkulation. D.h. diese Aussenwand besteht aus der Kalkulation der Wand (also des betonierens) und der Kalkulation der Schalung. Dieses sind die zwei Elemente der eigentlichen Leistungsposition.
Ein Element wird unter der Zeilenart mit dem Buchstabe „E“ gekennzeichnet. Alle Elemente werden in einem schwarzen Balken angezeigt.
Bei Bedarf kann eine Artikel-Nummer eingetragen werden. Unter „Bezeichnung“ steht der Name/ Bezeichnung des Elementes.
In unserem Fall wird die LV-Position „Außenwand ...“ in Quadratmeter abgerechnet. Das Element „Stahlbetonwand B25“ ist jedoch eine Kubikmeterposition und die darunterliegenden „Komponenten“ beziehen sich auf diese Komponente (also einen Kubikmeter Stahlbetonwand B25 - nicht auf einen Quadratmeter Außenwand).
Deshalb ist es notwendig anzugeben, wieviel Kubikmeter „Stahlbetonwand“ ich für einen Quadratmeter „Aussenwand“ benötige. In unserem Fall benötigen wir 0,224 Kubikmeter dieses Elementes. Deshalb muss diese Zahl unter „Menge“ in der Element-Zeile eingetragen werden.
Im zweiten Element „Schalung“ entspricht die Einheit des Elements der Einheit der LV-Position „Außenwand“. Hier kann dem entsprechend die Menge „1,000“ eingetragen.
Der besondere Vorteil dieser Elemente ist, dass Sie einzelne Kalkulationen zusammensetzen können. In unserem Fall können beide Elemente auch für andere Wandstärken hergenommen werden. Man braucht lediglich die Mengenangabe des 1. Elements zu ändern.
Wer also viel und umfangreich zu kalkulieren hat - kommt um die Elemente nicht herum. Sinn macht es natürlich nur, wenn Sie in der Artikelverwaltung diese einzelnen Elemente vorkalkuliert haben, und diese dann als Einzelelemente in der Projektkalkulation zusammenführen.
Übernahme der kalkulierten Preise ins LV
Haben Sie alle bzw. die gewünschten Positionen kalkuliert, verlassen Sie wie üblich das Kalkulationsfenster. Sie gelangen zurück in Ihr LV-Dokument, also in der Regel Ihr Angebot.
Die kalkulierten Preise werden dort automatisch unter „E-Preis“ eingetragen und der entsprechende G-Preis berechnet.
Sie sehen, dass vor allen kalkulierten Preisen der Buchstabe „K“ vorangefügt ist. Alle nicht kalkulierten Preise tragen dieses Kennzeichen nicht.
So erkennen Sie im LV-Dokument schnell ob zu einer Position eine Kalkulation hinterlegt ist oder nicht.
Ist das K-Kennzeichen vorhanden, können Sie im LV den Preis nicht mehr ändern, da dieser nun für Handeingaben gesperrt ist. Um einen solchen Preis zu ändern, müssen Sie dies in der Kalkulation machen.
Oder Sie löschen im Kalkulationsfenster die Kalkulation wieder - dann verschwindet auch das „K-Kennzeichen“ und der Preis ist wieder für Änderungen/Handeingabe frei.224 Kapitel 10 - Vorkalkulation
10.4 Abruf aus Artikelverwaltung
Abruf von Komponenten
Wie Sie gelernt haben, ist der Abruf des Lohnes sehr einfach, indem Sie unter der Spalte „ZA“ einfach „L0“ oder nur ein „L“ eingeben und schon wird der vordefinierte Mittellohn abgerufen.
Um Materialien, Geräte oder Fremdleistungen schnell zu erfassen, können Sie diese aus der Artikelverwaltung abrufen. Dies geht in der gleichen Weise wie im LV-Dokument auch. Es gibt die „Artikelsuche“ oder den „Direkt-Abruf“ eines Artikels.
Artikelsuche
Die Artikelverwaltung kennen Sie ja bereits. Mit der nachfolgend abgebildeten Schaltfläche gelangen Sie in das Fenster der Artikelverwaltung und können Artikel suchen und als Komponente übernehmen. Diese werden immer vor der aktuellen Komponentenzeile eingefügt.
Artikel-Direkt-Abruf
Wenn Sie die Artikelnummer der gewünschten Komponente bereits wissen, tragen Sie diese oben ein. Klicken Sie dann auf nachfolgende Schaltfläche. Der Artikel wird dann eingefügt. Sie müssen dann nur noch die Komponentenmenge eintragen.
Abruf von Kalkulationen
Einer der wichtigsten Punkte in diesem Zusammenhang ist sicherlich der Abruf von Kalkulationen.
Sie brauchen diesen Punkt weniger, wenn Sie ein „eigenes“ LV-Dokument aus Ihrer Artikelverwaltung erstellen. Dann wird jeweils mit dem Abruf der Leistung die Kalkulationen mitkopiert und steht so zur Verfügung.
Oft bekommen Sie jedoch ein vorgegebenes LV mit etwas anderen Texten oder Sie lesen ein LV über die GAEB-Schnittstelle ein. Dann haben Sie in Ihrem Computer zwar ein LV-Dokument, aber natürlich keine Kalkulationen zu den LV-Positionen.
Und deshalb ist dieser Punkt so wichtig. Sie kopieren zu einer unkalkulierten LV-Position eine Kalkulation aus der Artikelverwaltung hinzu. Dabei wird nur die Kalkulation aus der Artikelverwaltung übernommen. Die vorgegebene Positionsbezeichnung, Positionsnummer und Einheit bleibt erhalten.
Das machen Sie für jede unkalkulierte LV-Position und Sie haben relativ schnell alle Positionen kalkuliert. Natürlich können bzw. müssen Sie die Kalkulationen noch an Ihr Projekt anpassen und Mittellohn, Gruppenzuschläge oder Zeiten ändern.
Im Kapitel 10.6 erfahren Sie, wie Sie wichtige Kalkulationsanpassungen sehr schnell durchführen können.
Das Holen von Kalkulationen funktioniert nicht nur in der Projektkalkulation, sondern auch in der Stammdatenkalkulation. Wenn Sie dort eine Leistung kalkuliert haben, und eine ähnliche Leistung kalkulieren müssen, rufen Sie einfach die passende Kalkulation ab und ändern diese.
Wie beim Komponentenabruf steht auch hier wieder die Artikelsuche oder bei bekannter Artikelnummer der Direkt-Abruf zur Verfügung. Oben im Menü „Kalk. holen/kopieren“ stehen die zwei Menüpunkte bereit.225 Kapitel 10 - Vorkalkulation
Mit den Tastenkombinationen „Strg + G“ oder „Strg + H“ können den jeweiligen Abruf auch direkt mit der Tastatur starten.
Bei der Artikelsuche werden automatisch nur „Artikel/Leistungen“ angezeigt, die auch kalkuliert sind. Normale Artikel oder unkalkulierte Leistungen werden gar nicht angezeigt und können auch nicht gesucht werden.
Ist bereits eine Kalkulation enthalten und wird eine andere abgerufen, so wird die ursprüngliche Kalkulation ersetzt.
Abruf von Elementen
Der Abruf von Elementen funktioniert prinzipiell genau gleich wie der Abruf von Kalkulationen. Im Gegensatz dazu wird die abgerufene Kalkulation jedoch als Element eingetragen. Wichtig ist es dann in der Element-Zeile die Menge anzugeben.
So können mehrere Einzelkalkulationen nacheinander zu einer zusammengesetzten Kalkulation abgerufen werden.
Im Menü stehen dazu die folgenden Funktionen zur Verfügung:
10.5 Kopierfunktionen von Kalkulationen
Im wesentlichen stehen 3 verschiedene Kopierfunktionen zur Verfügung:
Kalkulation innerhalb kopieren
Diese funktioniert in der Stammdaten- oder Projektkalkulation. Hier als Beispiel die Projektkalkulation.
Angenommen Sie haben in Ihrem Projekt eine Position kalkuliert, die einer anderen (noch nicht kalkulierten) Position ähnelt. Sie können nun ganz einfach die Kalkulation kopieren und dann passend abändern.
1. Wählen Sie zuerst oben im LV die kalkulierte Position an.
2. Gehen Sie dann auf das Menü „Kalk. holen/kopieren“ und dann auf den Punkt „Kalkulation markieren“ (oder Strg+A drücken).
3. Gehen Sie oben im LV auf die ähnliche, noch nicht kalkulierte Position
4. Gehen Sie dann auf das Menü „Kalk. holen/kopieren“ und dann auf den Punkt „Markierte Kalkulation einfügen“ (oder Strg+B drücken)
5. Die Kalkulation wird übertragen und kann nun entsprechend angepasst werden.226 Kapitel 10 - Vorkalkulation
Kalkulation aus anderem Auftrag kopieren
Oft kommt es vor, dass Sie für eine LV Positionen kalkulieren, die Sie so oder ganz ähnlich in einem anderen Auftrag bereits kalkuliert haben.
In dieser Software steht eine komfortable Funktion bereit, um Kalkulationen aus einem anderen Auftrag zu übernehmen. Dabei wird nur die Kalkulation übernommen. Positionsnummer, LV-Text und Einheit bleiben erhalten, da diese in anderen Projekten (trotz derselben Bedeutung) meist etwas anders geschrieben sind.
Sie stehen nun in der Kalkulation des „neuen“ Auftrages. Die zu kalkulierenden LV-Positionen sind bereits vorhanden (ohne Kalkulation). Sie möchten von einem „alten“ Auftrag eine oder mehrere Kalkulationen übernehmen.
Klicken Sie im Menü „Kalk. holen/kopieren“ den Eintrag „Kalkulationen aus anderem Auftrag übernehmen“ an
Nun erscheint ein Hinweisfenster, das die folgenden Schritte erklärt. Sie müssen wie bereits gewohnt den „alten“ Auftrag und das kalkulierte LV-Dokument (in der Regel das Angebot) auswählen.
Ist dies geschehen, kommen Sie in dieses Fenster:
Hier sehen Sie zwei Hälften. Auf der linken Seite sehen Sie das „alte“ LV, das Sie soeben ausgewählt haben. Auf der rechten Seite sehen Sie das neue, aktuell zu kalkulierende LV.
Da Positionsnummern und Texte der LV‘s verschieden formuliert sind, wählen Sie auf der linken Seite die Quellposition und auf der rechten Seite die „unkalkulierte“ Zielposition an.
Jetzt übernehmen Sie die Kalkulation von der Quellposition auf die Zielposition indem auf die große, blinkende Pfeiltaste in der Mitte des Fensters klicken.
Wenn der Pfeil grün blinkt, ist eine Quellkalkulation vorhanden, wenn der Pfeil rot ist, können Sie die Kalkulation nicht übertragen, da keine vorhanden ist.
Diesen Kopiervorgang wiederholen Sie dann für alle zu übernehmende Kalkulationen. So können Sie in minutenschnelle ein ganzes LV kopieren.
Wenn Sie fertig sind, verlassen Sie das Fenster. Sie werden feststellen, dass Ihre bisher „unkalkulierten“ Leistungen nun alle mit der übernommenen Kalkulation belegt sind. Natürlich können bzw. müssen Sie 227 Kapitel 10 - Vorkalkulation
die Positionen überprüfen und gegebenfalls an die aktuelle Baustellensituation anpassen.
Sollten Sie nicht gleich alle Positionen übernommen haben und möchten nun weitere Positionen aus dem ausgewählten Quell-LV holen, müssen Sie nicht nichmal den Auftrag/LV heraussuchen sondern können im Menü „Kalk. holen/kopieren“ auf den Eintrag „dto Wiederholung“ klicken. Sofort erscheint wieder das Kopierfenster.
10.5.3 Aktuelle Kalkulation in die Artikelverwaltung kopieren
Haben Sie in einem Projekt eine Position kalkuliert, die Sie gerne in der Artikelverwaltung hätten? Kein Problem!
Gehen Sie einfach oben im Menü „Kalk. holen/kopieren“ auf den Punkt „Aktuelle Position -> Artikelverwaltung“.
Die aktuelle LV-Position wird mit Text, Einheit und der Kalkulation in die Artikelverwaltung übernommen.
10.6 Details- und Sonderfunktionen zur Kalkulation
Zeiteingabe in Minuten
Normalerweise werden in dieser Software alle Lohn- und Gerätezeiten in Stunden eingegeben, denn Stunden ist die allgemeine Einheit in Zeittabellen und auch in wissenschaftlichen Werken.
Allerdings sind Stunden manchmal auch unpraktisch. Wenn Sie für eine Montage eines Bauteiles 9,5 Minuten brauchen - sind das in Stunden „0,158“. Dies Zahl ist nicht so richtig vorstellbar.
Deshalb können Sie unter Menge auch Minuten direkt eingeben. Dazu geben Sie die Minutenzahl ein und dahinter den Buchstabe „m“ (klein- oder großschreiben).
Nach dem Bestätigen mit ENTER wird sofort in die offiziellen Einheit „Stunden“ umgerechnet.
Um die Minuten nicht aus den Augen zu verlieren, ist die Minutenangabe rechts unten, unter der Komponententabelle nochmals aufgeführt.
Dort steht allerdings nicht „9,50“ sondern nur „9,48“. Das hat den Grund dass die Stundenmenge auf 3 228 Kapitel 10 - Vorkalkulation
Stellen gerundet werden müssen, und die Umrechnung in Minuten ergibt dann die „9,48“ Minuten.
In dieser Minutenangabe können sie den Wert auch direkt ändern. Einfach den Wert eingeben und ENTER drücken (oder die OK-Schaltfläche).
Mengenunabhängige Fixkomponenten
In manchen Positionen kommt es vor, dass für eine Leistung eine Fix-Komponente eingesetzt wird, die für diese Leistung benötigt wird - unabhängig von der Menge im LV.
Dazu ein kleines Beispiel:
Für die Position „Humus abschieben“ braucht man eine Raupe. Diese hat Betriebskosten von 80,-€ pro Stunde. Für einen Quadratmeter abschieben braucht die Raupe 2 Minuten. Allerdings kostet alleine der Transport auf die Baustelle € 250,-. Diese Transportkosten sind unabhängig von der Quadratmeterzahl der abzuschiebenden Fläche.
Um eine solche Fix-Komponente wie unsere Transportkosten einzubringen, gibt man einfach unter der Spalte „Zuw.“ das Wort „Fix“ ein. Dann gibt man unter der „Menge“ die Zahl „1“ ein und unter „Preis“ die „250“.
Wenn Sie nun hergehen und im LV-Dokument die LV-Menge von 1200qm auf 400qm abändern und dann wieder in die Vorkalkulation einsteigen, wird der kalkulierte Preis von € 4,66 auf nun € 5,15 steigen. Sie haben also einen mengenabhängigen Preis.
Kalkulation über die Gesamtmenge (LV-Menge)
Insbesondere bei Positionen, wo mit wenig Zeit pro Einheit kalkuliert wird, ist es schwer einzuschätzen, wieviel Zeit pro Einheit benötigt wird.229 Kapitel 10 - Vorkalkulation
Beispiel:
Auf einer Fläche von 950qm soll Humus mit einer Raupe abgeschoben und seitlich auf einem Haufen gelagert werden.
Der Bauunternehmer schätzt sehr schnell, dass dafür etwa 5,5 Stunden benötigt werden. Nun könnte man dies natürlich auf die 950 Quadratmeter umrechnen - es geht jedoch auch einfacher.
Normalerweise geben Sie in den Kalkulationskomponenten die „Menge pro Einheit“ an. D.h. Sie müssen wissen, wie lange Sie für einen Quadratmeter benötigen.
Im Menü „Anzeige“ lässt sich dies auf „Mengen pro LV-Gesamtmenge“ umschalten.
Haben Sie dies gemacht, erscheinen entsprechende rote Hinweisbalken im Programm. Sie können nun unter Menge 5,5 eingeben. Diese Menge bezieht sich dann auf die ganze Position mit 950 qm.
Hinweis:
Die Einstellung „Mengen pro LV-Gesamtmenge“ ist nicht bleibend. Sobald Sie oben eine andere LV-Position anklicken, wechselt das System wieder in die Standardansicht.
Wenn Sie „Mengen pro LV-Gesamtmenge“ aktiviert haben, können bzw. dürfen Sie keine Formeleingabe machen, da dieser Wert nicht „zurückgerechnet“ werden kann.
Kalkulation über die Leistung
Oft weiß man von einer Person oder einer Maschine die Stundenleistung. Ein Bagger hat für einen Baugrubenaushub z.B. eine Leistung von 75 Kubikmeter pro Stunde.
In der Kalkulation müssen Sie jedoch angeben wieviel Stunden Sie für einen Kubikmeter brauchen. Dies errechnen Sie mit dem Taschenrechner mit 1:75 = 0,013 Std.
Aber es geht einfacher - Sie brauchen nicht von Hand zu rechnen. Geben Sie einfach unter der Formel „L:75“ ein. Das bedeutet eine Leistungsangabe von 75 cbm pro Stunde.
Die Baggerkomponente sieht nun so aus:
Die Angabe in der Formel ist automatisch so formatiert worden. Es reicht dort „L:75“ einzugeben. Die eigentliche Menge von „0,013 Std“ pro Kubikmeter Aushub wird automatisch in der Mengen-Spalte eingetragen.230 Kapitel 10 - Vorkalkulation
Komponenten mit Mengenberechnungs-Formel
Die Formelangabe haben wir im letzten Unterkapitel als Leistungseingabe benutzt. Eigentlich ist die Formelangabe nur dazu da, die eigentliche Mengenangabe kurz zu berechnen.
Die eingegebene Formel wird also berechnet und automatisch unter „Menge“ eingetragen. Solange unter der Formel etwas eingetragen ist, kann die Menge nicht manuell geändert werden. Es muss dann die Formel geändert werden. Nur wenn die Formel gelöscht wird, ist wieder eine Eingabe der Menge möglich!
Arbeiten mit den Gewichtsspalten (Metallbau)
In manchen Handwerksbetrieben, insbesondere im Metallbau bzw. in Schlossereien spielt das Gewicht eine wesentliche Rolle. Standardmässig werden die Spalten zur Gewichtseingabe nicht angezeigt.
Wenn Sie die Gewichtsspalten benötigen, müssen Sie diese im Menü unter „Anzeige“ aktivieren.
Es werden hinten in der Komponententabelle die Spalten „EGewicht“ und „GGewicht“ angezeigt.
„EGewicht“ ist das spezifische Gewicht in Kilogramm pro Einheit. Angenommen Sie brauchen als Komponente ein U-Profilstahl mit 6kg pro Meter, dann kalkulieren Sie mit der Einheit Meter. Angenommen Sie brauchen 3,5m von diesem Material für eine Position, geben Sie unter Menge „3,5“ und unter Einheit „m“ ein. Als EGewicht geben Sie die Zahl „6“ ein. Als G-Gewicht wird automatisch die Zahl „21,00“ berechnet und angezeigt.
Wenn Sie eine Stahlkonstruktion kalkulieren und diese z.B. verzinken müssen, kann die Summe der Gewichtsspalten automatisiert verwendet werden. Hier eine Beispielkalkulation:
Da die rechte Seite der Komponenten nicht ganz angezeigt wird, hier nochmals der Auszug:231 Kapitel 10 - Vorkalkulation
Die Position „Zaun“ ist eine Stück-Position und wird hier nicht nach „laufende n Meter“ kalkuliert sondern als komplette Einheit.
Die zwei Lohnzeilen haben wir mit der Eingabe von „L“ aus dem Mittellohn entnommen und hinter dem Wort Mittellohn von Hand „Sägen“ bzw. „Biegen und Schweissen“ dahintergefügt - auch so etwas ist möglich.
Dann folgen 3 Materialpositionen mit den Längenangaben des Materiales. Der Preis bezieht sich jeweils auf die Einheit „Meter“. Unter „EGewicht“ haben wir das dazugehörende Metergewicht eingegben. Das Gesamtgewicht wird jeweils automatisch berechnet.
Dann kommt die Fremdleistungsposition „Verzinken“. Das Verzinken wird nach Gewicht berechnet - in diesem Fall pro Kilogramm € 1,20. Das Gewicht des Geländers hat das System automatisch berechnet.
Dazu müssen Sie in der Verzinkungsposition einfach den Buchstabe „G“ in die Spalte „Formel“ eingeben. Hierdurch wird das Gewicht ALLER Positionen mit Gewichtsangabe unter „Menge“ automatisch eingetragen! Haben sie in der Kalkulation mehrere Elemente eingebunden, können sie hier anstatt „G“ die Buchstaben „EG“ eintragen. Damit wird das Gewicht des aktuellen Elements in der Spalte „Menge“ automatisch eingetragen.
Verzinkereien berechnen das Verzinken oft nicht nach dem Gewicht „Vor dem Verzinken“ sondern das Endgewicht nach der Verzinkung ist maßgebend. Das Bauteil wird durch das Verzinken etwas schwerer.
In der Vorkalkulation können Sie dazu eine geschätzte Gewichtszunahme prozentual eingeben. Dies ist zwar nicht genau bestimmbar, aber es werden Erfahrungswerte benutzt. Bei unserem Geländer gehen wir von 4% Gewichtszunahme aus.
Dazu gibt man unter Formel einfach „G + 4“ ein. Wie zu sehen ist wird dies automatisch umformatiert in „Gewicht + 4,00“. Unter „Menge“ wird automatisch das Gewicht zzgl. des Zuschlages eingetragen.
Am Schluss der Aufstellung haben wir noch eine Maschinenpauschale für die Säge, Schweissgerät usw. aufgeführt.
VK/NK Geräteliste
Die Geräteliste der Nachkalkulation kann auch hier verwendet oder auch geändert oder erweitert werden. Das macht nur Sinn, wenn Sie die Nachkalkulation benutzen.
Sie finden die Geräteliste unter „Projektunabhängig“ und dem Punkt „VK/NK Geräteliste“. Das Fenster ist im Kapitel Nachkalkulation („Geräte“) beschrieben (siehe Kapitel 11.3).
Um ein Gerät abzurufen, müssen Sie die Kurzbezeichnung des Geräts in der Spalte „Art-Nr“ eingeben. Falls Sie die Kurzbezeichnung nicht auswendig wissen, können Sie sich die Geräteliste im Menü „VK/NK-Geräteliste“ zur Hilfestellung ausdrucken.
Tragen Sie in den Komponenten unter der Spalte „Art-Nr“ den Geräte-Kurzname ein. Klicken Sie dann auf folgende Schaltfläche unterhalb der Komponententabelle.
Sofort wird das Gerät in die aktuelle Zeile übernommen. Sie müssen nur noch die „Menge“ eintragen und fertig.232 Kapitel 10 - Vorkalkulation
Projektkalkulation neu durchrechnen
Normalerweise benötigt man den Menüpunkt nicht, da je nach Änderung der Werte, die aktuelle Einzelkalkulation oder alle Positionen neu durchgerechnet werden.
Trotzdem gibt es den Menüpunkt, den Sie anwählen sollten, wenn Sie den Verdacht haben, dass irgendwelche Daten/Preise nicht automatisch aktualisiert worden sind.
Der Menüpunkt rechnet die Kalkulationen aller LV-Positionen des aktuellen Projektes neu durch:
10.7 Auswertungen/Änderungen Projektkalkulation
Dieses Kapitel ist wichtig, denn hier erhalten Sie einen Überblick über Ihr Projekt und können verschiedene Listen ausdrucken.
Aber es dient nicht nur als Informationsquelle, sondern es können auch umfangreiche Änderungen an Ihrer Projektkalkulation vorgenommen werden.
Zum ersten Ausprobieren empfehlen wir Ihnen keine Originalkalkulation sondern eine Kopie oder ein „altes“ Projekt.
Die nachfolgend beschriebenen Fenster finden Sie im Menü „Analyse/Änderungen/Listen“.
Summen/Deckung/Änderungen
Dieses Fenster ist einerseits die zentrale Übersicht über Ihr Projekt - andererseits können Sie umfangreiche Anpassungen/Änderungen Ihrer Kalkulation vornehmen.
Das Fenster beschreiben wir in den wichtigsten Punkten:233 Kapitel 10 - Vorkalkulation
Das Menü
Mit „Gewerke/Titel auswählen“ können Sie die Anzeige auf einzelne Gewerke oder Titel begrenzen. Sie gelangen in ein Fenster mit allen benutzten Gewerken und Titeln dieses Projekts.
Mit „Summenblatt drucken“ können Sie die (wichtigsten) Informationen dieses Fensters ausdrucken oder als Vorschau ansehen. Manche Auftraggeber verlangen ein Summenblatt der Kalkulation zum Angebot dazu. Drucken Sie in diesem Fall das Blatt aus und legen es dem Angebot bei.
Summen
Unter „LV-Endsumme“ wird die Netto-Endsumme Ihres LV‘s (i.d.R. Angebot) angezeigt. Es wird immer die komplette Summe angezeigt - auch wenn Sie oben nur einzelne Gewerke oder Titel angewählt haben.
„Gesamt-Netto“ ist die Summe aller LV-Positionen. Zeilenrabatte und Gewerk-/Titelzuschläge sind nicht berücksichtigt.
„Kalkuliert-Netto“ ist die Summe aller kalkulierten LV-Positionen - auch diese Summe ohne Zeilenrabatte u. Gewerk-/Titelzuschläge.
„Unkalkul.-Netto“ ist die Summe aller nicht kalkulierten LV-Positionen - auch diese Summe ohne Zeilenrabatte u. Gewerk-/Titelzuschläge. Bei einer vollständigen Kalkulation sollte diese Summe Null sein. Falls Sie nur wichtige Positionen kalkulieren, stehen hier die nicht so tragenden Restpositionen. Je kleiner die Summe - desto besser.
Unter „Zeiten/Mengen“ finden Sie die gesamt zu erbringenden Lohnstunden für diese Baustelle.
Weiterhin die Gesamtmenge der „Geräte/Maschinen“. Diese Zahl ist eigentlich nicht sonderlich aussagekräftig, da nicht immer alle Geräte in Stunden abgerechnet werden und es sich um eine Vielzahl unterschiedlicher Geräte handelt. Wir summieren also u.U. Äpfel und Birnen.
Unter der Überschrift „Kalkul.-Netto-Summen“ finden Sie die Zusammensetzung der „kalkulierten“ Positionen. Links steht der jeweilige Gesamtbetrag und rechts der prozentuale Anteil.
Kosten/Zuschläge/Deckung
Die Summe der „Betr. Fixkosten“ ist die geplante Summe zur Deckung der betrieblichen Fixkosten. D.h. dieses Projekt sollte diesen Anteil zur Deckung der allgemeinen Betriebskosten beitragen.
„Gepl. Wagnis/Gewinn“ ist der geplante Anteil dieses Projektes für den Posten Wagnis/Gewinn.
„Projekt-Fixkosten“ sind die unter „Projektbezogen“ eingegebenen Fixkosten dieses Auftrages. Auch diese müssen durch entspr. Zuschläge aus dem Projekt erwirtschaftet werden.
„Kalk. o. Zuschläge“ sind die kalkulierten Kosten ohne die Gruppen- oder Einzelzuschläge. Die Baumassnahme kostet Sie direkt diesen Betrag. Hier sind weder die betrieblichen noch die projektbezogenen Fixkosten und auch kein Wagnis/Gewinn enthalten.
„Summe Zuschläge“ ist die Summe der von Ihnen gemachten Gruppen- und Einzelzuschläge. Diese Summe sollte die „geplanten“ betrieblichen und projektbezogenen Fixkosten sowie Wagnis/Gewinn abdecken.
„Überdeckung o. W/G“ ist die Überdeckung des Projektes wenn man kein Wagnis/Gewinn ansetzen würde. Ist diese Zahl größer oder gleich Null sind zumindest alle Kosten gedeckt. Deshalb sollte die Zahl 234 Kapitel 10 - Vorkalkulation
nie negativ werden - da Sie dann nicht einmal die betrieblichen Fixkosten decken.
„Überdeckung m. W/G“ ist die eigentlich entscheidende Zahl. Ist diese Zahl etwa bei Null decken Sie alle betriebliche Kosten und erreichen auch den geplanten Anteil von Wagnis/Gewinn. Ist die Zahl positiv machen Sie zusätzlich Gewinn - ist die Zahl negativ schrumpft der Gewinn.
„Überdeckung o. W/G proz.“ entsprechend der vorletzten Zeile. Die Angabe ist prozentual und deshalb noch aussagekräftiger.
„Überdeckung m. W/G proz.“ entsprechend der vorletzte Zeile. Die Angabe ist prozentual und deshalb noch aussagekräftiger.
Änderung der Stundenansätze
Wie schon erwähnt, ist dieses Fenster nicht nur ein Informationsfenster, sondern es lassen sich auch umfangreiche Änderungen vornehmen.
In diesem Abschnitt können Sie die Stundenansätze aller kalkulierten Positionen reduzieren oder erhöhen. Angenommen Sie müssen oder wollen die Angebotssumme reduzieren, so ist dies eine Möglichkeit, dies über die Zeitansätze zu verkleinern - d.h. die Baustellenarbeiter müssen schneller werden.
Genau dieses können Sie hier zentral machen. Rechts unter „Summen“ sehen Sie die Lohnstunden (hier 403,08) für die gesamte Baumassnahme. Wenn Sie denken, dass die Baustelle in 375 Stunden durchgeführt werden kann, können Sie dies hier direkt eintragen. Genauso können bzw. sollten Sie die Gerätemengen zurückfahren und hier auch einen neuen Wert eingeben. Mit der Schaltfläche „Änderungen vornehmen“ wird Ihre Kalkulation neu gerechnet.
Statt abolute Stunden anzugeben, können sie auch prozentuale Eingaben machen. Klicken Sie hierzu oben die Option „Änderung Zu-/Abschlag in %“ an und geben in beiden gelben Feldern die Zahl „-5“ (minus 5) ein. Klicken Sie auf „Änderung vornehmen“ werden die Lohn- und Geräteansätze um 5% vermindert.
Änderung über die Endsumme
Einen anderen Weg die Kalkulationssumme zu verändern, ist die Änderung der Zuschläge. Auch dieses können Sie automatisch veranlassen.
In unserem Beispiel ist die Endsumme bei 81.429,68. Wenn Sie einen Endpreis von ca. 79.000,- benötigen, können Sie dieses Ziel automatisch berechnen lassen.
Dies kann einerseits durch die Reduzierung der Zuschlagssätze geschehen - als Ergebnis reduzieren Sie Wagnis/Gewinn oder geraten gar in die Verlustzone.
Andererseits ist es auch hier möglich die Stundenansätze von Lohn und/oder Geräten zu reduzieren - als Fazit müssen die Leute schneller arbeiten.
Im gelben Feld können Sie eine neue „kalkulierte“ Nettosumme angeben. Sie können aber auch mit der Option „Änder. Kalk. Nettosumme prozentual“ die kalkulierte Summe um einen bestimmten Prozentsatz verändern bzw. reduzieren. Eine normale Zahl erhöht die Summe, ein Minus-Zeichen vor der Zahl reduziert die Summe.235 Kapitel 10 - Vorkalkulation
Zeitansätze ändern
Wenn Sie die Zeitansätze der Kalkulationspositionen verändern möchten, wählen Sie die untere Option „Veränderung der Zeitansätze“ an. In der Regel aktiviert man dann beide Optionen „über Lohnstunden“ und „über alle Geräte-Mengen“. Dies ist meist sinnvoll, da durch die Reduzierung der Lohnstunden, in der Regel die Maschinen entsprechend kürzere Zeit genutzt werden.
Gruppenzuschläge ändern
Wenn Sie keine Gewerke/Titel gewählt haben (also alle Positionen) ist es sinnvoll, nicht die Einzelzuschläge sondern die Gruppenzuschläge zu ändern. In der Regel ändert man den Endpreis- Zuschlag wie bereits vorgegeben.Sie können die Änderung aber auch auf einzelne Gruppen anwenden. Wenn Sie z.B. nur die Lohnzuschläge ändern, so betrifft die Änderung hauptsächlich lohnintensive Positionen - materialintensive Positionen werden weniger geändert.
Einzelzuschläge ändern
Die Auswirkung bei den Einzelzuschlägen ist im Prinzip gleich wie bei den Gruppenzuschlägen - auch hier schlagen wir vor, nur den Endpreis-Zuschlag zu ändern.
Die Einzelzuschläge zu ändern ist wichtig, wenn Sie einzelne Gewerke oder Titel ausgewählt haben. Da Gruppenzuschläge generell für alle Positionen gültig sind, können in diesem Fall nur die Einzelzuschläge verändert werden.
Hinweise:
a) Beachten Sie, dass durch Rundungsvorgänge die Zielvorgabe nicht exakt erreicht wird.
b) Weiterhin können Zeitansätze, die durch eine Formeleingabe erfasst wurden, nicht geändert werden. Diese bleiben wie gehabt erhalten und müssen gegebenfalls manuell angepasst werden.
c) Falls Sie Gewerke oder Titel ausgewählt haben, werden die Änderungen nur auf die Positionen der ausgewählten Gewerke/Titel wirksam.
d) Bevor die Funktionsweise und Bedienung nicht genau bekannt sind, sollten keine realen Kalkulationsprojekte geändert werden.236 Kapitel 10 - Vorkalkulation
Komponentenliste / Änderungen
In der Komponentenliste finden Sie die Komponenten aller LV-Positionen. Alternativ können Sie oben im Menü auch einzelne Gewerke oder Titel auswählen. In diesem Fall, sehen Sie nur die Komponenten der augewählten Gewerke/Titel.
Unser Beispiel ist ein kleines Projekt mit nur wenigen Komponenten. In unserem Beispiel wurde die Komponente „Schalmaterial“ mehrfach aufgelistet. Dies ist auch richtig, da die einzelnen Komponenten zwar von der Bezeichnung identisch sind - aber verschiedene Preise haben.
Nur wenn Art.-Nr, Bezeichnung, Einheit und Preis identisch sind, handelt es sich um ein- und diesselbe Komponente. Weicht etwas ab, wird die Komponente mehrfach aufgeführt.
Sinn und Zweck dieser Liste ist die Planung und die Materialbeschaffung im Auftragsfall. Die Spalte „Menge“ gibt an, welche Menge für das jeweilige Materialien für das Projekt benötigt wird.
Viele der Komponenten kommen in mehreren LV-Positionen vor. In unserem Beispiel ist das der „Beton C20/25“ oder der „Bewehrungsstahl“.
Im unteren Druckmenü können Sie die Komponentenliste (z.B. eine Materialliste) drucken. Wenn Sie auch „Nur markierte Positionen“ schalten, können die zu druckenden Zeilen markieren. Dies geschieht mit einem Mausklick auf die erste, ganz linke Tabellenspalte. Die Zeile wird dann komplett blau markiert.
Wie in Windows üblich, können dann in Verbindung mit der Strg-Taste weitere Zeilen zusätzlich markiert werden. Zusammen mit der Shift-Taste (Grossschreibtaste) kann ein Bereich markiert werden.
Die weiteren Druckoptionen dürften klar sein.
Rechts unten sehen Sie noch die einzelnen Gruppensummen - das sind jedoch reine Komponentensummen ohne Gruppen- oder Einzelzuschläge.
In der Tabellenspalte „Vork“ sehen Sie, wie oft die Komponenten in den Kalkulationen vorkommen. Damit nicht genug - wenn Sie die Schaltfläche mit dem Vorkommen anklicken, erscheint ein neues Fenster mit den Kalkulationen, in denen diese Komponente vorkommt - ideal also zum Nachschauen.
Zentrale Komponentenänderung
Die Spalten „Art.-Nr“, „Bezeichnung“ und „E-Preis“ sind in der Tabelle gelb eingefärbt. Das bedeutet, dass die hier Änderungen vornehmen können. 237 Kapitel 10 - Vorkalkulation
Angenommen, Sie zahlen bei Ihrem Betonlieferanten im Normalfall für einen Kubikmeter Beton 105,- €. In diesem Fall haben Sie erfolgreich nachverhandelt, und Sie zahlen ab sofort nur noch 102,- € pro Kubikmeter.
Es wäre nun umständlich den Preis in allen Einzelpositionen von Hand zu ändern.
Setzen Sie einfach Ihren Cursor auf den Preis, tragen den neu verhandelten Preis von 102,- € ein und bestätigen mit der ENTER-Taste. Der Preis wird nun in allen vorkommenden Kalkulationen geändert.
Genau dasselbe gilt für die Artikelnummer oder die Bezeichnung. Sie können z.B. einen Ersatzartikel eintragen.
Bestellungen generieren
Um Ihnen auch in diesem Bereich die Arbeit zu erleichtern, können sie direkt aus dieser Komponentenliste eine Bestellung generieren, die sie dann direkt an Ihren Lieferanten faxen oder mailen können. Zuerst können Sie auswählen, ob die Preise in der Bestellung eingetragen werden sollen oder ob diese nur als Kommentar in der Bestellung sichtbar sein sollen.
Danach markieren sie die Positionen, die sie bei einem bestimmten Lieferanten bestellen möchten und klicken auf die Schalfläche „Bestellung (LV) generieren. Hiermit hat Baufaktura in dem aktuellen Auftrag ein neues Dokument als „Bestellung“ angelegt und hat die markierten Artikel direkt als LV-Positionen eingefügt. Die Preise, die hierbei übernommen wurden sind natürlich ihre EK-Preise aus der Kalkulation OHNE Aufschläge !!!
Sie müssen jetzt nur noch die Bestellung öffnen, die Adressdaten des Lieferanten eintragen oder auswählen und entsprechend versenden.
Zeitenliste
Die Zeitenliste ist ebenfalls wichtig. Sie sehen hier den Zeitbedarf für die einzelnen LV-Positionen. Wenn Sie Ihr Projekt in Gewerke und/oder Titel untergliedert haben, sehen Sie auch deren Summen.
Unten sehen Sie den Gesamt-Zeitbedarf für die Baustelle.
Falls Sie nur einzelne Gewerke oder Titel berücksichtigen möchten, können Sie diese oben im Menü auswählen.238 Kapitel 10 - Vorkalkulation
Diese Liste ist vor allem interessant für den Bauleiter oder Polier Ihrer Baustelle. Dieser sieht den Zeitbedarf für die einzelnen Positionen. Er kann schon während der Bauarbeiten abschätzen ob die Zeiten im Plan liegen oder ob mehr Zeit benötigt wird (was natürlich schlecht wäre).
Unten gibt es noch das Druckmenü um die Listen auszudrucken.
Gruppenliste
Die Gruppenliste ist nicht ganz so wichtig, jedoch gibt es Auftraggeber die eine derartige Liste verlangen. Hier wird der Gesamtpreis aller LV-Positionen zusätzlich noch in die verschiedenen Gruppen aufgegliedert - also alle Preise sind ausgewiesen mit dem Lohn-, Material-, Geräte- und Sonstigen Anteilen.
Diese aufgliederung wird oft bei öffentlichen Ausschreibungen gewünscht und ersetzt das EFB-Formblatt 223 (Aufgliederung der Einheitspreise).
Am Schluss der Liste sehen Sie dann die Gesamtsummen der Gruppen.
Diese Gruppenliste lässt sich natürlich auch mit verschiedenen Optionen ausdrucken.
Kalkulationsliste drucken
Natürlich können sie Ihre Kalkulationen auch ausdrucken. Dies geschieht in diesem Fenster.
Ein Haken in der Tabellenspalte „Kalk.“ gibt an, dass für diese Position eine Kalkulation hinterlegt ist.
Um einzelne Zeilen zu drucken, müssen Sie die Option „Nur markierte Zeilen“ auswählen.
Danach markieren Sie mit der Maus eine Zeile, diese wird dann blau hinterlegt. Um zusätzlich weitere Zeilen zu markieren, halten Sie die Strg-Taste gedrückt und klicken die weiteren gewünschten Zeilen an.
In der gleichen Weise kann mit gedrückter Shift-Taste ein ganzer Bereich blau markiert werden.
Sinnvoll ist u.U. auch die Druckoption „ nur Zeiel/Elemente mit vorhandener Menge drucken“.239 Kapitel 10 - Vorkalkulation
Alle weiteren Funktionen dieses Fensters dürften selbsterklärend sein. Wenn Sie nicht weiter wissen, sehen Sie in der Hilfe nach. Diese ist wie üblich entweder mit der F1-Taste aufzurufen oder mit der Maus oben im Menü .
10.8 Positionsvergleich Vor-/Nachkalkulation
Wenn Sie zu Ihrem LV auch eine Nachkalkulation erstellt haben, können Sie die Vor- und Nachkalkulation miteinander vergleichen.
Sinn macht dies jedoch nur, wenn Sie eine „positionsweise Nachkalkulation“ gemacht haben - also die Lohn- und Gerätezeiten auf einzelne LV-Positionen verteilt haben.
Mit dieser Auswertung erhalten Sie Position für Position einen genauen Vergleich. Insbesondere können Sie prüfen, ob die vorkalkulierten Zeitansätze in der Praxis hinhauen.
Oft macht man diese positionsweise Nachkalkulation für ein paar „tragende“ Positionen - nicht für jeden Kleinkram, da dafür der Aufwand zu gross wäre.
Falls Ihr aktuelles Projekt nachkalkuliert ist und mit dem Auftrag verbunden ist, erscheint das Projekt oben automatisch.
Falls keine Projektverbindung besteht, müssen Sie oben das zu Ihrem aktuellen LV zugehörende Nachkalkulations-Projekt auswählen.
Weitere Infos finden Sie auch mit der Hilfe-Funktion.
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